Icon vs Painting: What Is the Difference Between an Orthodox Icon and Religious Art?

Ikone vs. Gemälde: Was ist der Unterschied zwischen einer orthodoxen Ikone und religiöser Kunst?

Auf den ersten Blick mögen eine orthodoxe Ikone und ein religiöses Gemälde denselben Zweck zu haben. Beide können Jesus Christus, die Jungfrau Maria, Heilige, Engel oder Ereignisse aus dem Evangelium darstellen. Beide können schön sein. Beide können das Herz bewegen.

In der orthodoxen christlichen Tradition sind eine Ikone und ein religiöses Gemälde jedoch nicht ganz dasselbe.

Der Unterschied besteht nicht einfach darin, dass Ikonen östlich und Gemälde westlich sind oder dass ein Stil alt und der andere realistisch ist. Der tiefere Unterschied liegt darin, was das Bild bewirken soll.

Ein religiöses Gemälde lädt uns oft ein, in die vom Künstler vorgestellte Erfahrung einzutreten. Es kann Trauer, Zärtlichkeit, Furcht, Mitgefühl, Staunen oder Betrachtung wecken.

Eine orthodoxe Ikone verlangt nach etwas anderem. Traditionell als „Fenster“ zur himmlischen Wirklichkeit beschrieben, versucht sie nicht in erster Linie zu zeigen, wie die heilige Szene für das leibliche Auge ausgesehen haben könnte. Sie weist über sich selbst hinaus auf Christus, seine Mutter, die Heiligen und die verwandelte Welt des Reiches Gottes.

Ein Gemälde offenbart uns oft etwas über den Künstler.

Vor einer Ikone sucht der Christ, etwas von sich selbst vor Gott offenzulegen.

Christus-Pantokrator-Ikone | Deesis-Mosaik der Hagia Sophia | Byzantinisches religiöses Geschenk

Was ist eine orthodoxe Ikone?

Das Wort Ikone stammt vom griechischen eikōn und bedeutet „Bild“.

Im orthodoxen Christentum ist eine Ikone jedoch mehr als eine religiöse Illustration. Die Kirche versteht heilige Bilder im Zusammenhang mit dem Geheimnis der Inkarnation: Der unsichtbare Gott wurde in Jesus Christus wahrhaft Mensch und trat in die sichtbare, materielle Geschichte ein.

Aus diesem Grund bekräftigte das Siebte Ökumenische Konzil von Nicäa im Jahr 787 n. Chr. die Bedeutung heiliger Bilder in Kirchen und christlichen Häusern. Es traf außerdem eine wesentliche Unterscheidung, die heute manchmal missverstanden wird: Ikonen werden verehrt, aber allein Gott wird angebetet. Die dem Bild erwiesene Ehre gilt der durch es dargestellten Person.

Deshalb wird eine orthodoxe Ikone manchmal als Theologie in Farbe bezeichnet. Ihre Komposition, Gesten, Inschriften, Farben, Perspektive, Kleidung und Symbole gehören zu einer ikonografischen Tradition, die sich im Leben und Gottesdienst der Kirche entwickelt hat. Die Orthodox Church in America beschreibt die Ikone als Verkündigung des Evangeliums und als eine durch Farben und Linien ausgedrückte Glaubenslehre.

Ein Ikonenmaler arbeitet daher traditionell innerhalb einer überlieferten Bildsprache, statt einfach zu fragen: „Wie würde ich mir diese Szene persönlich vorstellen?“

Zwischen byzantinischen, griechischen, russischen, serbischen, georgischen, rumänischen, koptischen und anderen Traditionen kann es eine enorme künstlerische Vielfalt geben. Dennoch bleibt die Ikone in einer sakralen Bildsprache verwurzelt.

Was ist ein religiöses Gemälde?


Ein christliches religiöses Gemälde kann genau dieselbe Person oder dasselbe Ereignis wie eine Ikone darstellen und sich dem Thema dennoch auf ganz andere Weise nähern.

Denken wir an die Kreuzigung.

Eine Ikone der Kreuzigung stellt das Ereignis durch die theologische Sprache der christlichen Ikonografie dar.

Ein Maler könnte jedoch andere Fragen stellen:

Was erlebte Christus in diesem Augenblick?
Was empfand Seine Mutter?
Wie wäre es gewesen, unter dem Kreuz zu stehen?
Was geschieht in einer menschlichen Seele, wenn sie mit Leiden, Tod, Einsamkeit, Opfer oder Hoffnung konfrontiert wird?

Hier wird die individuelle Sicht des Künstlers sehr viel wichtiger.

Das macht religiöse Malerei nicht geistlich wertlos. Ganz im Gegenteil.

Ein großartiges christliches Gemälde kann uns mitten im gewöhnlichen Leben innehalten lassen und uns dazu bringen, über etwas nachzudenken, dem wir seit Jahren ausgewichen sind.

Ikone oder Gemälde: Der wesentliche Unterschied

Vielleicht lässt sich der Unterschied so ausdrücken:

Ein religiöses Gemälde versucht oft, etwas im Betrachter zu wecken. Eine Ikone lädt den Betrachter ein, sich Jemandem jenseits des Bildes zuzuwenden.

Dies ist keine absolute Regel. Große religiöse Gemälde können zum Gebet führen, und Ikonen beeinflussen gewiss unsere Gefühle. Doch ihre traditionellen Zwecke und visuellen Sprachen sind unterschiedlich.

Ein Maler hat beträchtliche Freiheit, ein biblisches Ereignis durch persönliche Vorstellungskraft, Psychologie, Licht, Landschaft, Anatomie, Perspektive und Emotionen zu deuten.

Der Ikonenmaler arbeitet innerhalb einer überlieferten kirchlichen Tradition. Das Ziel ist nicht in erster Linie künstlerische Selbstdarstellung, sondern ein treues Zeugnis.

Das hilft zu erklären, warum eine orthodoxe Ikone jemandem, der an die westeuropäische Kunst gewöhnt ist, zunächst fremdartig erscheinen kann.

Warum sehen orthodoxe Ikonen so anders aus als westliche religiöse Gemälde?

Eine der häufigsten Fragen zum orthodoxen Christentum lautet, warum seine Ikonen so anders aussehen als die religiöse Kunst der Renaissance und der späteren westlichen Kunst.

Der Unterschied ist beabsichtigt.

Die traditionelle Ikonografie versucht nicht in erster Linie, die gewöhnliche physische Wahrnehmung nachzuahmen. Figuren können länglich erscheinen. Gebäude können einer ungewohnten Perspektive folgen. Proportionen können ungewöhnlich wirken. Gold kann eine natürliche Landschaft oder den Himmel ersetzen. Das Licht fällt nicht notwendigerweise aus einer einzigen realistischen äußeren Quelle.

Die Ikone zeigt eine Welt, die durch die Theologie verstanden wird, anstatt lediglich die optische Wirklichkeit nachzubilden.

Der Heilige wird nicht bloß als eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt in der irdischen Geschichte dargestellt, sondern als ein in Christus verwandelter Mensch.

Die westliche religiöse Kunst erkundete zunehmend Naturalismus, Anatomie, Perspektive, Landschaft, individuelle Psychologie, dramatisches Licht und menschliche Emotionen. Dadurch entstanden in der christlichen Zivilisation außergewöhnliche Kunstwerke – doch es handelt sich um einen anderen visuellen Ansatz.

Keine der beiden Beobachtungen bedeutet, dass jedes östliche Bild automatisch eine gute Ikone ist oder dass jedes westliche christliche Gemälde dem Glauben irgendwie feindlich gegenübersteht.

Sie sprechen einfach unterschiedliche künstlerische Sprachen.

Ein Fenster und ein Spiegel

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, wie wir gern über diesen Unterschied nachdenken.

Eine Ikone ist wie ein Fenster. Ein Gemälde kann manchmal wie ein Spiegel sein.

Vor einer Ikone Christi sind wir nicht in erster Linie dazu eingeladen, den emotionalen Zustand der dargestellten Gestalt zu analysieren. Wir stehen vor dem Bild dessen, zu dem wir sprechen möchten.

Ein Gemälde kann anders wirken. Der Künstler kann uns bewusst mit unserer eigenen Angst, Einsamkeit, Trauer, Zärtlichkeit, unserem Zweifel oder unserer Hoffnung konfrontieren.

Ivan Kramskois Christus in der Wüste ist ein wunderbares Beispiel. Christus sitzt allein in der kargen Landschaft und ist in tiefes Nachdenken versunken. Kramskoi lässt den Betrachter Schweigen, Erschöpfung, Versuchung und die schreckliche Last einer Entscheidung spüren.

Dies ist nicht die Bildsprache einer traditionellen orthodoxen Ikone.

Und doch kann ein Christ vor einem solchen Bild stehen und tief über Christi vierzig Tage in der Wüste, Versuchung, Gehorsam und seine eigenen geistlichen Kämpfe nachdenken.

Diese Betrachtung hat ihren Wert.

Salvador Dalí: Wenn ein religiöses Gemälde uns das Evangelium neu sehen lässt

Dasselbe gilt für Salvador Dalís berühmtes Christus des heiligen Johannes vom Kreuz.

Christus des heiligen Johannes vom Kreuz — Salvador Dalís Vision der Kreuzigung von oben

Es handelt sich gewiss nicht um eine traditionelle orthodoxe Ikone der Kreuzigung.

Dalí zeigt das Kreuz aus einer außergewöhnlich erhöhten Perspektive. Das vertraute Ereignis aus dem Evangelium wird plötzlich visuell unvertraut und zwingt uns, innezuhalten und erneut hinzusehen.

Das ist etwas, was Kunst außergewöhnlich gut leisten kann.

Der Künstler nimmt ein Ereignis, das Christen schon tausendfach dargestellt gesehen haben, und verändert unsere visuelle Position dazu. Das Ergebnis kann dazu führen, dass ein Mensch vor dem Geheimnis des Kreuzes mit erneuerter Aufmerksamkeit innehält.

Wir würden dies als christliche sakrale Kunst oder als religiöses Gemälde bezeichnen, nicht als orthodoxe Ikone.

Diese Unterscheidung verlangt nicht, dass wir das Werk verwerfen.

Wie steht es mit mittelalterlichen westlichen Fresken?

Die Grenze zwischen „östlicher Ikone“ und „westlicher Malerei“ ist historisch ebenfalls komplizierter, als eine simple Einteilung in Ost und West vermuten lässt.

Betrachten Sie Giottos berühmte Beweinung Christi aus der Scrovegni-Kapelle.

Reproduktion von „Die Grablegung Christi“ von Carl Heinrich Bloch

Das Thema – die Trauer um den toten Christus – ist alt und zutiefst christlich. Giotto verleiht jedoch dem physischen Raum, den Gesten, der Trauer, den menschlichen Gesichtern und der emotionalen Anteilnahme ein außergewöhnliches Gewicht.

Wir müssen ein solches Werk nicht gewaltsam in die Kategorie einer orthodoxen Ikone einordnen, um seine geistliche Kraft anzuerkennen.

Sie kann uns an die Passion erinnern. Sie kann das Leiden der Gottesmutter und der Jünger Christi plötzlich unmittelbar erfahrbar machen. Sie kann uns helfen, innezuhalten, uns zu erinnern und nachzusinnen.

Kann man zu einer Ikone beten?

Hier ist eine wichtige sprachliche Korrektur erforderlich:

Orthodoxe Christen beten nicht zum Holz und zur Farbe einer Ikone.

Wir beten vor einer Ikone.

Diese Unterscheidung ist wichtig.

Wenn ein Christ vor einer Ikone Christi steht, richtet sich das Gebet an Christus – nicht an die materielle Tafel.

Wenn ein Christ vor der Ikone eines Heiligen um dessen Fürsprache bittet, glaubt er nicht, dass das bemalte Objekt selbst das Gebet erhört.

Das Siebte Ökumenische Konzil brachte dieses Prinzip zum Ausdruck, indem es lehrte, dass die einer Darstellung erwiesene Ehre auf ihr Urbild übergeht – auf die dargestellte Person. Die Anbetung im eigentlichen Sinne gebührt allein Gott.

Eine Ikone hilft uns, unsere Aufmerksamkeit zu sammeln. Sie erinnert uns daran, an wen wir uns wenden. Sie bringt die sichtbare und materielle Welt in unser Gebetsleben ein.

Aber Gott braucht keine Ikone, um uns zu erhören.

Braucht man zum Beten eine Ikone?

Nein.

In einem orthodoxen christlichen Zuhause befinden sich traditionell Ikonen, und Ikonen nehmen in der orthodoxen Liturgie und Theologie einen wichtigen Platz ein. Im liturgischen Leben der Kirche sind sie weit mehr als bloße optionale Dekoration.

Ein einzelner Christ benötigt jedoch kein Bild, als wäre es ein Medium, durch das das Gebet hindurchgehen müsste.

Christus selbst lehrt:

Wenn du betest, geh in dein Zimmer und schließ die Tür …

Der Kern von Matthäus 6,6 ist die verborgene und aufrichtige Begegnung zwischen dem Menschen und Gott.

Christliche Gebete wurden in Kirchen und Klöstern gesprochen, aber auch in Gefängnissen, Wüsten, Wäldern, Krankenzimmern, auf Schlachtfeldern und an unzähligen anderen Orten, an denen keine Ikone verfügbar war.

Das Bild unterstützt das Gebet.

Es ersetzt das Gebet nicht.

Kann ein orthodoxer Christ vor einem religiösen Gemälde beten?

Das erfordert ein wenig Feingefühl.

Ein religiöses Gemälde ist nicht automatisch eine orthodoxe Ikone, selbst wenn es Jesus Christus, die Mutter Gottes oder ein biblisches Ereignis darstellt.

Für das orthodoxe Gebetsleben ist eine kanonische Ikone das natürliche heilige Bild, vor dem man betet.

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes christliche Gemälde aus einem orthodoxen Zuhause ausgeschlossen werden muss.

Ein Gemälde kann uns an Christus erinnern. Es kann uns dazu führen, über Seine Passion, Barmherzigkeit, Opfer, Einsamkeit oder Liebe nachzudenken. Es kann den Lärm des Alltags unterbrechen und den Geist auf etwas Besseres lenken.

In diesem Sinne kann christliche Kunst das Herz auf das Gebet vorbereiten.

Wichtig ist, die Kategorien nicht zu verwechseln. Wir müssen nicht jedes religiöse Bild als „Ikone“ bezeichnen, um anzuerkennen, dass es einen guten Platz in einem christlichen Zuhause haben kann.

Holzikone des Erlösers „Jesus Christus im Gefängnis“

Ein Bild wie beispielsweise Christus, der Erlöser, im Gefängnis kann einen Menschen dazu anregen, über Christi Leiden, Einsamkeit, Demut und Passion nachzudenken. Ob eine bestimmte Darstellung strikt zur kanonischen Ikonografie gehört, ist eine andere Frage als die, ob ihre Betrachtung christliche Besinnung anregen kann.

Beten orthodoxe Christen Ikonen an?

Nein.

Dies ist vielleicht das hartnäckigste Missverständnis im Zusammenhang mit orthodoxen Ikonen.

Das orthodoxe Christentum unterscheidet zwischen Verehrung und Anbetung. Ikonen dürfen geküsst, geehrt und mit Weihrauch beräuchert werden; man darf sie neben brennenden Öllampen oder Kerzen aufstellen. Doch der materielle Gegenstand wird nicht wie ein Gott behandelt.

Die orthodoxe theologische Grundlage für Ikonen steht tatsächlich im Gegensatz zum Götzendienst: der Inkarnation.

Das Christentum verkündet, dass der Sohn Gottes wahrhaft Mensch geworden ist. Christus konnte gesehen und berührt werden. Gott trat in die materielle Schöpfung und in die Menschheitsgeschichte ein.

Die Verteidigung der Ikonen auf dem Siebten Ökumenischen Konzil war daher zutiefst christologisch: Heilige Bilder bezeugen, dass das Wort wahrhaft Fleisch geworden ist.

Warum sind Ikonen im orthodoxen Christentum etwas so Besonderes?

Eine Ikone ist nicht deshalb etwas Besonderes, weil eine bestimmte Anordnung von Pigmenten und Holz magische Kräfte besitzt.

Ihre Bedeutung ergibt sich aus dem, was – und letztlich Wen – sie offenbart.

Die Ikone erinnert.

Die Ikone lehrt.

Die Ikone legt Zeugnis ab.

Und im Gebet hilft die Ikone, unsere Aufmerksamkeit von Ablenkungen weg und Christus und Seinem Reich zuzuwenden.

Deshalb widersteht die ikonografische Tradition bewusst dem Anspruch, bloß Porträtkunst oder Dekoration zu sein.

Sein Zweck besteht nicht einfach darin:

Betrachte dieses schöne Bild.

Es steht näher bei:

Denke daran. Sei aufmerksam. Wende dich Gott zu.

Ikonen und religiöse Gemälde können im selben christlichen Zuhause ihren Platz haben

Wir glauben nicht, dass ein Christ sich zwischen der Wertschätzung von Ikonen und der Wertschätzung großer religiöser Kunst entscheiden muss.

Sie können unterschiedlichen Zwecken dienen.

Eine orthodoxe Gebetsecke gehört ganz selbstverständlich zur Tradition der heiligen Ikonen. Dort stehen wir im Gebet vor Christus, der Gottesmutter und den Heiligen.

An anderer Stelle im Haus kann ein religiöses Gemälde an ein Ereignis aus dem Evangelium erinnern, Mitgefühl wecken, zur Betrachtung anregen oder einfach christliche Geschichte und Schönheit in den Alltag bringen.

Kramskoi kann uns dazu bringen, über Christi Einsamkeit in der Wüste nachzudenken.

Giotto kann uns innehalten lassen angesichts der Trauer, die seinen Tod umgibt.

Dalí kann uns das Kreuz aus einer unerwarteten Perspektive sehen lassen.

Eine orthodoxe Ikone tut etwas anderes.

Sie stellt uns still vor die dargestellte Person und überlässt uns die nächste Bewegung.

Vielleicht ist dies der tiefste Unterschied.

Das Gemälde spricht oft unsere Gefühle an. Vor der Ikone sind wir eingeladen, über uns selbst hinauszugehen.

Und beide können an ihrem richtigen Platz einen Christen daran erinnern, inmitten des Lärms des Lebens innezuhalten und sich daran zu erinnern, was wirklich wichtig ist.


Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Ikone und einem Gemälde?
Eine orthodoxe Ikone gehört zur sakralen visuellen und theologischen Tradition der Kirche und verweist auf die dargestellte Person oder das dargestellte heilige Ereignis. Ein religiöses Gemälde lässt im Allgemeinen mehr künstlerische Interpretation, Naturalismus, Emotion und individuellen Ausdruck zu.

Gilt eine orthodoxe Ikone als Kunst?
Ja, aber das orthodoxe Christentum versteht die Ikone als mehr als Kunst oder Dekoration. Sie ist ein heiliges Bild, das mit christlicher Lehre, Gottesdienst, Erinnerung und Gebet verbunden ist.

Warum sehen orthodoxe Ikonen unrealistisch aus?
Traditionelle Ikonen sollen in erster Linie nicht die gewöhnliche optische Wirklichkeit wiedergeben. Ihre stilisierten Figuren, ihre Perspektive, ihr Licht, ihre Farben und ihre Symbole vermitteln eine theologische Sicht auf die von Gott verwandelte Schöpfung.

Beten orthodoxe Christen Ikonen an?
Nein. Orthodoxe Christen beten allein Gott an. Ikonen werden verehrt, und die der Darstellung erwiesene Ehre gilt der dargestellten Person.

Beten orthodoxe Christen Ikonen an?
Nicht zum materiellen Gegenstand. Ein Christ betet vor einer Ikone, richtet sich an Christus oder bittet den dargestellten Heiligen um Fürsprache.

Kann ich ohne eine Ikone beten?
Natürlich. Eine Ikone unterstützt und konzentriert das Gebet, ist aber keine Voraussetzung dafür, dass ein Mensch zu Gott sprechen kann.

Dürfen religiöse Gemälde in einem orthodoxen Zuhause ausgestellt werden?
Ja, sofern ihr Inhalt mit dem christlichen Leben vereinbar ist. Religiöse Gemälde und orthodoxe Ikonen müssen nicht miteinander konkurrieren: Eine Ikone hat eine besondere Andachts- und kirchliche Funktion, während christliche Kunst das Gedenken, die Reflexion und die Betrachtung fördern kann.

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